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„Dividendenstrategien als Einsteigerprodukt in den Aktienmarkt“

Interview I Fondsjournal Dezember 2022

„Dividendenstrategien als Einsteigerprodukt in den Aktienmarkt“

Vor 10 Jahren wurde unsere 3 Banken Dividenden-Aktienstrategie gegründet. Im Interview blickt Fondsmanager Robert Riefler zurück und erläutert die aktuelle Strategie.
Quelle: Shutterstock

Fondsjournal: Hr. Riefler, blickt man zurück, wie kann man den Werdegang des Fonds treffend beschreiben?

Robert Riefler: Man muss zwei Dinge im Blick haben. Während auf der einen Seite immer wieder strukturelle Dinge verändert oder geschärft wurden, gab es dennoch auch einen sehr stetigen und statischen Fokus. Dem gerecht zu werden, was wir mit diesem Mandat immer kommuniziert haben und auch weiterhin anbieten werden. Wir wollen ein so robustes und defensives Aktienmandat wie möglich, defensive Dividendenstrategien sind so etwas wie das Einsteigerprodukt in den Aktienmarkt. Die Veränderungen, wie etwa die schrittweise Anhebung der Aktienzahl von zu Beginn 33 auf mittlerweile etwa 50 Titel, das schrittweise Zurücknehmen zu aktiver Aktienquotensteuerung und die Umsetzung eines Nachhaltigkeitsansatzes zusätzlich zu unserem stark fundamental geprägten Analyseansatz muss man als Schritte sehen, eben diesem Grundsatzziel zu entsprechen.

 

Steht der defensive Stil also über allem?

Riefler: Ja, soweit dies eben die oft hektischen Märkte zulassen. Wir gehen davon aus, dass unsere Investoren mit einem Dividendenansatz eben genau diese Defensive verbinden und nicht auf Performancemaximierung und das Mitnehmen jedes Momentums oder jeder neuen Zukunftsidee aus sind. Stilprägend war daher im Management dieses Fonds im Zweifelsfall immer tendenziell einen Schritt Richtung sicherer Alternativen zu machen, anstatt risikoreichere und potenziell lohnendere Positionen zu forcieren.

Und wie fällt dieses Fazit aktuell aus?

Riefler: Wir sind vergleichsweise gut durch viele turbulente Phasen der letzten 10 Jahre gekommen, auch das Jahr 2022 zeigt dies recht eindrucksvoll. Aber auch abgesehen von den bekannten Risiko- und Ertragskennzahlen lässt sich das am besten damit beantworten, dass der Fonds mittlerweile ein Volumen von etwa 240 Millionen EURO hat und damit eines unserer größten Fondsprodukte wurde. Das wäre so wohl nicht möglich, wenn wir die Grunderwartung nicht erfüllt hätten. Dieses Vertrauen freut uns und wir wollen dafür an dieser Stelle auch unseren Dank ausdrücken.

Was sind die klassischen Herausforderungen in hektischen Marktphasen?

Riefler: Wichtig ist vor allem, dass unsere Investoren dem Fondskonzept so viel Vertrauen schenken, dass sie in Korrekturphasen investiert bleiben. Gefährlich ist ein klassischer Crash oder Kurseinbruch, der so dramatisch ist, dass dies dazu führt, dass Investoren aufgrund der erlittenen Verluste – wenn auch nur vorübergehend – generell die Aktienallokation stark reduzieren, was tendenziell zu Vermögensverlusten führen kann. Auf Fondsebene versuchen wir die Kursrückgänge einerseits zu beschränken und in weiterer Folge auch deren Dauer. Tatsächlich hat es meist geholfen, gerade während dieser Abverkaufsphasen dem Fondskonzept treu zu bleiben und nicht die oft sehr schlüssigen Negativszenarien zu berücksichtigen und den Fonds strukturell noch defensiver auszurichten, da das oft das Teilhaben an Erholungsphasen und damit eben die Begrenzung der Dauer mancher Korrekturphasen verhindern kann. Dennoch muss man insgesamt die Relationen kennen. Marktrisiko ist die eine Seite, ich würde aber sagen, dass 80% oder 90% der Energie, die in die Gestaltung dieses Mandats geht, mit Unternehmens- und Branchenanalysen zu tun hat.

Der Fonds verfolgt seit dem 2. Quartal 2021 auch einen nachhaltigen Ansatz, wie hat sich das bis dato ausgewirkt?

Riefler: Ich glaube für diese Erklärung muss man zuerst einen Schritt zurückgehen und versuchen, die Nachhaltigkeitslandschaft generell zu differenzieren. Der Fonds war damals unser vierter Aktienfonds, mit dem wir einen nachhaltigen Ansatz angeboten haben und ist im Vergleich mit unseren Ansätzen „3 Banken Mensch & Umwelt Aktienfonds“ oder „3 Banken Verantwortung & Zukunft 2024“ ein Fonds, der einen weniger strengen Zugang bei Nachhaltigkeitsagenden verfolgt. Wir arbeiten nach einem klassischen „Best-in-Class-Ansatz“ und daher ist dies ein „hellgrüner“ Fonds im Umfeld der aktuellen Regelungen. Wir waren auch eines der ersten Häuser, die Nachhaltigkeit und Dividende in einem Fonds zusammengeführt haben. Klassische Ausschlusskriterien werden kombiniert mit einer fundamentalen Unternehmensanalyse. Die Veränderungen waren übrigens nicht dramatisch, da wir auch vorher schon in viele Bereiche wie Rüstung, Atom oder Tabak nicht investiert hatten.

Ist der „Best-in-Class-Ansatz“ der Grund, dass etwa Titel wie McDonalds und Coca-Cola im Fonds enthalten sind?

Riefler: Genau, wir sind uns dieser Kontroversen durchaus bewusst und prüfen die nachhaltige und wirtschaftliche Logik vor allem dieser Positionen immer wieder – und äußerst kritisch. Aber eben aufgrund dessen, dass es mehrere Ziele in der Fondsausrichtung gibt, wäre es für uns nicht logisch, in diese Aktien nicht zu investieren, wenn sie innerhalb ihrer Branche verifiziert mehr Anstrengungen unternommen haben, nachhaltiger zu wirtschaften als ihre Wettbewerber und wirtschaftlich erheblich dazu beitragen, den Fonds so robust wie möglich auszurichten. Man sollte nicht vergessen, dass Best-in-Class-Konzepte eben so funktionieren, dass innerhalb gegebener Branchen jene Unternehmen investierbar werden, die Nachhaltigkeitsanstrengungen unternommen haben, die vergleichbare Unternehmen nicht umgesetzt haben. Dass mehr möglich wäre, mag stimmen und ist für eine zusätzliche Zielsetzung für das Unternehmen – oder den Regulator – relevant.

Bezüglich der Ausrichtung des Fonds, was denken Sie, dass in der Analyse heuer besonders ausschlaggebend war?

Riefler: Wir haben die alles überlagernde Inflations- und Zinsthematik neutral verfolgt und nicht versucht, den Höhepunkt im Trend steigender Preise zu erraten und davon die Fondsausrichtung abhängig zu machen. Lohnend war beispielsweise die Suche nach Geschäftsmodellen, deren zugrunde liegenden Wachstumstrends so stark sind, dass sie auch im aktuellen konjunkturellen Umfeld kaum an Dynamik verlieren. Wir haben deshalb mit Carrier Global und Trane Technologies in den vergangenen Monaten wieder stärker in Anbieter von Klimaanlagen und Wärmepumpen investiert. Was heuer ebenfalls Mehrwert brachte, war in Unternehmen zu investieren, deren besondere Marktstellung die Weitergabe höherer Preise einfacher gestaltet und deren Produkte unverzichtbar sind. Wir halten deshalb nach wie vor Aktien aller drei großen Industriegas-Anbieter, konkret Linde, Air Liquide und Air Products.

Was waren die jüngsten Transaktionen?

Riefler: Wir haben vor einigen Wochen in Infineon investiert, da wir deren Wachstumsambitionen realistisch und nachvollziehbar genug finden, dass sie auch in einem potentiell schwächer werdenden Umfeld für Halbleiterproduzenten attraktive Erträge erwirtschaften sollten. Absehbar ist zudem, dass der Anteil von Investments im Gesundheitssektor leicht sinken wird. Wir sind mit den Entwicklungen in diesem Segment heuer zwar sehr zufrieden und sind, was die zugrunde liegenden Geschäftsmodelle betrifft, auch sehr breit diversifiziert. Mit über 25% der Gesamtallokation ist dieser Sektor mittlerweile jedoch trotz seiner Stabilität etwas höher gewichtet als wir strukturell anstreben.

10 Jahre sind vergangen, wagen Sie eine Performanceblick in die kommenden 10 Jahre?

Riefler: Gerade wenn man die Ereignisse der vergangenen drei Jahre Revue passieren lässt, dann sollte man mit Langfristprognosen demütig umgehen. Auch können, wollen und dürfen wir keine Punktprognosen abgeben. Ich würde die Frage daher anders beantworten. Krisen kommen und gehen, genauso wie politische Führungen in verschiedenen Ländern. Erfolgreiche Unternehmen aber bleiben und sind oft nach Krisen stärker als vorher. Man vergisst das oft rasch, aber gab es in den vergangenen zehn Jahren nicht immer irgendeinen Grund, der Argumente lieferte vor etwas Angst zu haben. Die EURO-Krise, der BREXIT, Corona, der Russland-Ukraine-Krieg, zuerst viele Jahre der Wunsch nach mehr Inflation, jetzt der Wunsch nach weniger Inflation. In diesem turbulenten Umfeld hat der Fonds eine 10-Jahres-Performance von 7,20% per anno erzielt (Quelle OeKB, 30.11.2022). Warum sollte dies in den kommenden 10 Jahren nicht wieder möglich sein?

 

3 Banken Dividenden-Aktienstrategie (R) (A)

3 Banken Mensch & Umwelt Aktienfonds (R)

3 Banken Verantwortung & Zukunft 2024 (R)

 

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