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Inflationsanleihen machen im Portfoliokontext unverändert Sinn

Interview mit Andreas Palmetshofer I Fondsjournal Oktober 2021

Inflationsanleihen machen im Portfoliokontext unverändert Sinn

Gegründet im Jahr 2006 ist der 3 Banken Inflationsschutzfonds einer der älteren Fonds unserer Gesellschaft. Dennoch ist die Strategie vor allem bei Institutionellen oder Vermögensverwaltern verankert und weniger bei Privatanlegern. Fondsmanager Andreas Palmetshofer gibt Einblick in eine spezielle aber interessante Asset-Klasse...
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Fondsjournal: Hr. Palmetshofer, die Inflation ist seit einigen Monaten ein marktbestimmendes Thema und sorgt bei inflationsgeschützten Anleihen für Rückenwind. Feiern diese Anleihen gerade ihr Comeback?
Andreas Palmetshofer: Als Comeback würde ich es nicht unbedingt bezeichnen. Wir haben zurzeit  einfach ein wirtschaftliches Umfeld, in der diese Assetklasse genau das liefert, was erwartet wird. Die Outperformance dieser Anleihen gegenüber herkömmlichen Anleihen, gemessen an zwei dafür geeigneten Indizes, ist im aktuellen Kalenderjahr mittlerweile auf über 6 % angewachsen. Das ist für ein Anleihesegment schon beeindruckend. Ein anderer Vergleich: Man hätte dieses Jahr nur mit einem Investment in Hochzinsanleihen einen ähnlichen Ertrag wie mit Inflationsanleihen erzielen können, sprich mit einer deutlich höheren Risikoneigung.

Wie ist diese Wertentwicklung zu erklären?
Palmetshofer: Die Kursentwicklung von Inflationsanleihen wird vereinfacht gesagt von zwei Faktoren bestimmt. Das eine ist der Verbraucherpreisindex, an dem der Kupon sowie das Nominale gekoppelt sind. Das andere sind die Inflationserwartungen, die am Markt gehandelt werden. Steigt einer der beiden Faktoren an, führt dies zu einem Mehrertrag bei den sogenannten „Linkern“, abgeleitet vom Begriff Inflation-Linked-Bonds. Derzeit erleben wir einen Anstieg sowohl bei den Verbraucherpreisen als auch bei den Inflationserwartungen, und das hat die Kurse angetrieben.

Was genau ist unter Inflationserwartung zu verstehen?
Palmetshofer: Nicht nur die gegenwärtige Inflationsrate beeinflusst das Handeln von Konsumenten und Investoren, sondern auch die Erwartungshaltung, wie sich die Inflation langfristig entwickelt. Diese so bezeichnete Inflationserwartung lässt sich annäherungsweise berechnen, in dem man die Renditedifferenz von Nominalanleihen und Inflationsanleihen vergleicht. Diese sogenannte Break-Even- Inflationsrate ist dann ausschlaggebend auf die Kursentwicklung der Anleihe. Steigen die Inflationserwartungen, steigen die Preise von Inflationsanleihen und umgekehrt.

Wie setzen Sie Inflationsanleihen ein und was kann man zukünftig von dieser Assetklasse erwarten?
Palmetshofer: Inflationsanleihen haben bei uns im Haus schon lange Zeit ihren festen Platz. Zum einen verwalten wir seit mittlerweile über 15 Jahren diese Assetklasse in unserem 3 Banken Inflationsschutzfonds, zum anderen werden sie in den verschiedensten Anleihe-Strategien unserer Kundenportfolios strategisch und auf taktischer Ebene eingesetzt. Natürlich darf man nicht von einer Fortsetzung dieser Outperformance ausgehen. Allerdings muss man festhalten, dass auch nach  diesen Kursanstiegen diese Anleihen ihre Berechtigung im Portfolio haben, denn aus der Perspektive der eingepreisten Inflationsraten von im Schnitt 1,6 % auf die nächsten 10 Jahre sind wir der  Meinung, dass dies attraktiv genug ist, und somit die Chance auf weitere Outperformance zu  Nominalanleihen in Takt ist.

Was raten Sie dem Investor?
Palmetshofer: Inflationsanleihen sind im Detail ein Stück weit komplexer als Nominalanleihen und es  gibt noch ein paar Dinge, die es zusätzlich zu beachten gibt. Insofern empfehlen wir allgemein diese Assetklasse über Fonds zu besetzen und in einem ausgewogenen Portfolio auch wirklich einzubauen. Darüber hinaus ist es unabdingbar sich beim Thema Inflationsschutz breit aufzustellen und entsprechend andere Veranlagungen wie Sachwerte, Aktien oder Rohstoffe und Edelmetalle miteinzubeziehen.

Wie schätzen Sie die Inflationsrisiken ein?
Palmetshofer: Wir denken, dass wir in den USA nun wieder niedrigere Zahlen sehen werden und sich der Preisdruck etwas abschwächt. In der Eurozone hingegen erwarten wir uns noch einen Anstieg in Richtung 4 %, vielleicht sogar etwas mehr. Anschließend müsste sich aus heutiger Sicht auch  hierzulande der Preisdruck reduzieren. Interessant werden die Tarifabschlüsse sein, das sehen wir uns natürlich an und schätzen die Lage neu ein.

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