Fondsjournal: Hr. Palmetshofer, wie haben sich die Finanzmärkte im ersten Quartal, insbesondere seit dem Iran-Konflikt entwickelt?
Andreas Palmetshofer: Die internationalen Finanzmärkte entwickelten sich zunächst erfreulich. Aktien, Anleihen und noch deutlicher Gold und Rohstoffe verzeichneten eine positive Wertentwicklung. Seit dem Iran-Konflikt kam es jedoch, mit Ausnahme der Energierohstoffen, zu einer Wende. Die infolge des Konflikts gestiegenen Öl- und Gaspreise verunsicherten die Investoren und belasteten die Märkte. Aktien reagierten mit Kursverlusten, insbesondere die zyklischen Sektoren, während gleichzeitig auch die Anleihemärkte unter Abgabedruck standen. Bei Gold setzte eine Phase verstärkter Gewinnmitnahmen ein. Insgesamt ist jedoch festzuhalten, dass die Marktreaktionen angesichts des Ausmaßes des Konflikts geordnet und nicht von Panik geprägt waren. Der Weltaktienindex liegt mit Quartalsende bei etwa -2 % seit Jahresbeginn.
Warum sind auch die Anleihenmärkte unter Druck geraten? Sind diese kein sicherer Zufluchtsort mehr, auch nicht in solchen Marktphasen?
Palmetshofer: Hier ist zwischen Unternehmens- und Staatsanleihen zu unterscheiden. Die Reaktion bei den Unternehmensanleihen, gemessen an den Risikoprämien, ist wie auch an den Aktienmärkten verhältnismäßig besonnen ausgefallen und im historischen Vergleich nachvollziehbar, aber nicht besonders auffällig. Bei Staatsanleihen erscheint es auf den ersten Blick überraschend, dass es nicht zu Kursgewinnen gekommen ist. Allerdings sind durch den massiven Anstieg der Energiepreise die Inflationssorgen zurückgekehrt, wodurch auch Staatsanleihen naturgemäß belastet werden. Gleichzeitig haben die Finanzmärkte ihre Erwartungen hinsichtlich der künftigen Notenbankpolitik spürbar angepasst. Diese Neubewertung führte zu einem breiten Druck auf das gesamte Anleihesegment.
Was ist mit spürbarer Anpassung der künftigen Notenbankpolitik im Detail gemeint?
Palmetshofer: Damit ist die Erwartungshaltung bezüglich der weiteren Leitzinsentwicklung gemeint. Während zu Jahresbeginn sowohl der Marktkonsens als auch wir selbst noch von zwei weiteren Zinssenkungen in den USA im Jahresverlauf ausgegangen sind, wird aktuell keine Senkung mehr erwartet. In Europa wurde ursprünglich ein stabiler Einlagezinssatz für das Gesamtjahr 2026 unterstellt. Inzwischen rechnen die Märkte sogar mit zwei bis drei Zinserhöhungen. Diese Entwicklung stellt eine deutliche Trendwende dar und belastet die Finanzmärkte insgesamt.
Wie ist diese Veränderung einzuordnen? Sind die Notenbanken gezwungen, die Zinsen zu erhöhen bzw. was bedeutet das für Investoren?
Palmetshofer: Rational betrachtet dürfte keine der beiden Notenbanken eine Zinserhöhung anstreben. Die Konjunktur in Europa befand sich gerade erst auf einem moderaten Erholungspfad und erhält im aktuellen Umfeld erneut einen Dämpfer. Auch in den USA zeichnet sich eine leichte Abkühlung ab, wenngleich das Wachstum insgesamt robust bleibt. Der aktuelle Leitzins in den USA liegt mit einer Spanne von 3,5 bis 3,75 % bereits auf einem restriktiven Niveau. Zudem wirken die zuletzt gestiegenen Renditen von Staatsanleihen zusätzlich bremsend. Vor diesem Hintergrund sehen wir die Notenbanken derzeit nicht gezwungen, die Leitzinsen weiter anzuheben. Vielmehr dürften sie zunächst über ihre Kommunikation versuchen, die Inflationserwartungen zu steuern, bevor tatsächliche Zinsschritte erfolgen. Gleichzeitig besteht jedoch nur begrenzter Spielraum für Zinssenkungen, genau hierin liegt die aktuelle Herausforderung für die Märkte. Für Investoren können sich daraus selektive Investitionschancen ergeben, insbesondere wenn sich im geopolitischen Umfeld eine Entspannung abzeichnet.
Sie sind Fondsmanager des 3 Banken Rendite Plus, der nun seit exakt drei Jahren besteht. Haben die aktuellen Marktbedingungen zu stärkeren Anpassungen im Portfolio geführt? Und wie beurteilen Sie die bisherige Performance des Fonds insgesamt?
Palmetshofer: Mit der Wertentwicklung sind wir sehr zufrieden. Der Fonds wurde vor drei Jahren mit einer durchschnittlichen Renditeerwartung von rund 5,50 % aufgelegt. Nach diesem Zeitraum liegt die Performance bei 5,39 % p.a., trotz der zuletzt etwas rückläufigen Anleihekurse. Die angestrebte Rendite konnte somit wie geplant erzielt werden. Die aktuellen Marktbedingungen haben keine grundlegenden Anpassungen im Portfolio erforderlich gemacht, im Gegenteil. Die von Beginn an definierte Managementstrategie hat sich über die vergangenen drei Jahre bewährt, sodass wir an dieser weitgehend festhalten. Auch das Risikoprofil blieb durchgehend stabil, und wir sehen derzeit keinen Anlass, von der bestehenden Ausrichtung abzuweichen.
Wie ist der Fonds aktuell positioniert und welche Erwartungen haben Sie für die nächsten Jahre?
Palmetshofer: Wir konzentrieren uns weiterhin auf Unternehmen im Bonitätsbereich zwischen Investmentgrade und High-Yield. Darüber hinaus investieren wir gezielt im Segment nachrangiger Anleihen, da sich hier regelmäßig attraktive Opportunitäten ergeben und dieses Segment seit Auflage einen wertvollen Beitrag leistet. In dem Bereich wurde auch in den letzten Monaten konsequent investiert. Wie bereits erwähnt, sind die Risikoprämien in einem angemessenen Ausmaß gestiegen, ohne dass es zu Verwerfungen entlang der Bonitätskurven gekommen ist. Vor diesem Hintergrund bestand kein Anlass für grundlegende Portfolioanpassungen. Wir haben lediglich vorhandenes Cash für Zukäufe in dieser Marktphase eingesetzt. Für die kommenden Jahre rechnen wir mit einer ähnlichen Entwicklung wie in den vergangenen drei Jahren und streben an, die aktuelle Renditeerwartung von knapp 5 % für unsere Investoren zu erwirtschaften. Dabei behalten wir die Marktentwicklungen genau im Blick, um Chancen konsequent zu nutzen und Risiken aktiv zu steuern.
3 Banken Rendite Plus (I) (A)
3 Banken Rendite Plus (R) (A)
3 Banken Rendite Plus (R) (T)