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Zurück „Auch Warren Buffett hat seinen Stil im Zeitablauf verändert“

Interview I Fondsjournal Oktober 2026

„Auch Warren Buffett hat seinen Stil im Zeitablauf verändert“

Robert Riefler und Alexander Gruber steuern gemeinsam unsere 3 Banken Value-Aktienstrategie. Der Anlagestil zeigt 2026 eine sehr erfreuliche Entwicklung. Im Interview schildern die Fondsmanager die aktuelle Strategie und präzisieren den Begriff „Value-Investing“.
Quelle: Shutterstock

Fondsjournal: Starten wir mit einem Detail. Wie kommt es dazu, dass ein Titel wie Microsoft im 3 Banken Value-Aktienstrategie aktuell mit etwa 8 % gewichtet ist, wo doch viele Anleger diesen Titel eher mit Wachstum assoziieren?
Alexander Gruber: Das ist ein gutes Beispiel für unser Vorgehen als Value-Investoren. In der Vergangenheit war Microsoft sicherlich ein klassischer Wachstumswert und dementsprechend auch teuer bewertet. Aufgrund der Dynamiken im Technologiesektor, insbesondere im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz, kam es im heurigen Jahr zu einer deutlichen Bewertungskorrektur im Softwaresektor, der üblicherweise einen Bewertungsaufschlag zu anderen Sektoren aufweist. Nach unserer Beurteilung der plausibelsten Szenarien war für uns klar, dass man in diesem Fall in ein stark wachsendes, äußerst solides Unternehmen zu einem sehr attraktiven Bewertungsniveau investieren kann, weshalb wir uns für eine sehr hohe Gewichtung entschieden haben.

Das klingt schlüssig, aber nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl der Titel – wie würden Sie Value definieren?
Robert Riefler: Eine günstige Bewertung allein ist für uns kein Argument, einen Titel zu gewichten. Vielmehr achten wir nach der Analyse grundlegender Kennzahlen darauf, dass die Aktien in unserem Portfolio ein gesundes, solides Geschäftsmodell sowie ein positives Momentum aufweisen. Im Gegensatz versuchen wir gezielt Titel mit negativer Preisdynamik zu vermeiden, da diese in einem Großteil der Fälle ein Indiz für tieferliegende Probleme sein können.

Die meisten Marktteilnehmer sehen bei Wachstumswerten strukturell ein attraktiveres Renditepotenzial als bei Value-Aktien, wie ist Ihre Meinung dazu?
Gruber: Diese Aussage können wir so pauschal nicht unterschreiben. Klar ist, dass es Szenarien gibt, in denen sich Growth besser entwickelt. Das Gleiche trifft aber auch auf Value zu. Während bekanntermaßen das Niedrigzinsumfeld nach der Finanzkrise Wachstumswerten strukturellen Rückenwind verschaffte, sollte mittlerweile klar sein, dass mit dem heuer fortgesetzten Zinserhöhungszyklus ein gänzlich anderes Umfeld vorherrscht. Es wirkt wie die Renaissance für Value-Investoren.

Welche Unternehmen und Sektoren profitieren von den geänderten Rahmenbedingungen besonders stark?
Riefler: Signifikant ist vor allem die nach wie vor sehr starke Dynamik im Banken- und Versicherungssektor, wo sich in den vergangenen Jahren die Ertragslage grundlegend verbessert hat. Das trifft nicht nur auf unsere Positionen im europäischen Finanzsektor zu, sondern auch auf unsere selektive Gewichtung bei kanadischen Banken und die deutliche Gewichtung in Japan.

Das ist interessant, wie hoch ist die aktuelle Gewichtung in Japan?
Gruber: Aktuell halten wir etwa 9 % unseres Portfolios in Japan, wovon der Großteil über Finanzwerte abgebildet wird. Rein aus Bewertungssicht war Japan für Value-Investoren schon länger ein interessanter Markt, doch die lange Deflationsphase verhinderte größere Investitionen. Auch hier hat sich das Umfeld maßgeblich verbessert. Die geänderte Wirtschaftspolitik hatte zur Folge, dass sich Japan aktuell in einem für die Wirtschaft attraktiven Inflationsbereich von
etwa 2 % befindet, weiters lässt sich eine deutlich verbesserte Shareholder-Value-Orientierung beobachten, was sich in höheren Dividenden und Aktienrückkäufen widerspiegelt.

Welche Sektorschwerpunkte werden abseits von den oben genannten gesetzt und spielt auch Künstliche Intelligenz eine Rolle im aktuellen Portfolio?
Riefler: Aufgrund unseres sehr breiten und ausgewogenen Portfolios waren wir frühzeitig in eine Vielzahl von Unternehmen entlang der KI-Wertschöpfungskette investiert. Gute Beispiele hierfür sind Unternehmen wie Micron und Eaton, die in unserem Portfolio schon lange eine wesentliche Rolle spielen und ganz klare Profiteure in der aktuellen Entwicklung bei Künstlicher Intelligenz sind. Micron ist ein gutes Beispiel für einen klassischen, günstig bepreisten Value-Titel, der durch völlig veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen enorm profitieren konnte und als Unternehmen eine komplette Neubewertung erfahren hat. Während so massive Entwicklungen selten sind, wird man diese in einem breit aufgestellten Fonds wie der Value-Aktienstrategie, immer wieder vorfinden. Selbstverständlich finden jedoch auch klassisch defensive Sektoren wie Gesundheit und Basiskonsum einen Platz im Portfolio.

Was würden Sie unseren Kunden abschließend mit auf den Weg geben?
Gruber: Klarerweise sind wir als Value Investoren stark von der Denke von Investorenlegenden wie Graham oder Buffett beeinflusst. Interessant ist bei Buffett aber vor allem, seine Weiterentwicklungen von Graham zu beobachten und wie sich sein eigener Investitionsstil im Zeitverlauf verändert hat. Klar ist vor diesem Hintergrund, dass die Investition in wie er es nannte „wunderbare Unternehmen zu einem attraktiven Preis“ die logische Basis eines jeden Value-Investments bleiben wird.

Nähere Informationen finden Sie hier:

3 Banken Value-Aktienstrategie (R) (T)

3 Banken Value-Aktienstrategie (I) (T)

 

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