Die unberechenbare US-Außen und Handelspolitik sowie anhaltende Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed haben viele Investoren verunsichert. Das Vertrauen in die USA und ihre Vermögenswerte hat spürbar gelitten und veranlasst Anleger aus Angst vor einer systematischen Entwertung von „Papier“-Währungen verstärkt in reale Assets wie Edelmetalle zu investieren. In der jüngsten Phase wurden die Preissteigerungen jedoch zunehmend von spekulativen Wetten getragen. Zahlreiche Anleger wollten am rapiden Anstieg der Edelmetalle teilhaben. Dadurch entwickelte sich Gold vom vermeintlich sicheren Zufluchtsort zumindest teilweise zu einem Spekulationsobjekt. Das Ausmaß der jüngsten Korrektur deutet darauf hin, dass neben Gewinnmitnahmen vor allem Marginerhöhungen am Terminmarkt für den rasanten Kursverlust verantwortlich waren. Diese zwingen Investoren ihre Positionen zu liquidieren, was den Preisverfall beschleunigt.
Was waren jüngste Anpassungen?
Kaser: Gold ist aktuell mit rund 25 % investiert und damit nahe der Gewichtungsgrenze. Auf dem derzeitigen Preisniveau nehmen wir gezielt Gewinne mit. Silber wurde zuletzt um etwa die Hälfte auf rund zwei Prozent reduziert. Rückblickend erfolgte diese Gewinnmitnahme etwas zu früh, war angesichts der außergewöhnlich starken Preisentwicklung im vergangenen Jahr aber schlüssig. Im Gegenzug haben wir bereits ab Mitte 2025 begonnen, den Anteil an Industrierohstoffen schrittweise auszubauen. Insgesamt beläuft sich die Rohstoffquote damit auf 25 % und liegt auf der vorgesehenen Maximalgewichtung. Immobilien sind derzeit mit rund 18 % gewichtet und wurden zu Jahresbeginn deutlich aufgestockt. Die in den USA erwarteten Zinssenkungen dürften den Immobilienmarkt weiter unterstützen.
Blicken wir nach vorne. Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung der Metallpreise ein?
Kaser: Die Edelmetallpreise waren aufgrund der ungewöhnlich hohen Kursgewinne sehr anfällig für eine Korrektur. Im Jänner war der Goldpreis in der Spitze um knapp 30 % gestiegen. Einen vergleichbar steilen Anstieg gab es seit der Jahrtausendwende nie. Wir haben daher in unseren Strategien fortlaufend Gewinne realisiert. Ungeachtet der jüngsten Entwicklungen sind wir aber weiterhin überzeugt, dass die strukturellen Treiber den Goldpreis auf mittlere Sicht unterstützen werden. Wachsende Sorgen um die finanzielle Stabilität vieler Staaten, insbesondere der USA, sowie das Risiko einer schleichenden Abwertung nominaler Vermögenswerte dürften die Investitionsnachfrage nach Realanlagen ohne Gegenparteirisiko hochhalten. Zudem beginnt sich der Diversifikationsnutzen von Gold in gemischten Portfolios erst allmählich durchzusetzen. Im relativen Vergleich zu anderen Anlageklassen ist Gold in vielen Portfolios nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Für Industriemetalle insbesondere für Kupfer bleibt der fundamentale Ausblick für das Jahr 2026 positiv, da ein prognostiziertes Angebotsdefizit aufgrund jahrelanger Unterinvestition in neue Minenprojekte die Lagerbestände weiter abschmelzen dürfte.
3 Banken Sachwerte-Fonds (R)
3 Banken Sachwerte-Fonds (I)
3 Banken Sachwerte-Aktienstrategie (R) (T)
3 Banken Sachwerte-Aktienstrategie (I) (T)
Hinweis: Das Nettovermögen kann aufgrund der Portfoliozusammensetzung oder der verwendeten Portfoliomanagementtechniken unter Umständen eine erhöhte Volatilität aufweisen.
Hinweis: Im Rahmen der Anlagepolitik investiert der 3 Banken Sachwerte-Fonds hauptsächlich in Anteile an anderen Investmentfonds.
Hinweis: Die Finanzmarktaufsicht warnt: Der 3 Banken Sachwerte-Fonds kann bis zu 30 % in Veranlagungen gemäß § 166 Abs. 1 Z.3 InvFG 2011 (Alternative Investments) investieren, die im Vergleich zu traditionellen Anlagen ein erhöhtes Anlagerisiko mit sich bringen. Insbesondere kann es bei diesen Veranlagungen zu einem Verlust bis hin zu einem Totalausfall des darin veranlagten Kapitals kommen.