Fondsjournal: Was ist das Konzept des Best of 3 Banken-Fonds?
Alex Meyer: Der Best of 3 Banken-Fonds ist unser aktiv gemanagter Multi Asset Dachfonds, also eine Art Weltbild-Fonds, der immer unsere aktuelle Sicht der Dinge umsetzt. Wir bilden nicht einfach eine Benchmark ab, sondern kombinieren selektiv unsere hauseigenen Bausteine. Wir können dabei auf die volle Palette an hauseigenen Aktien und Anleihefonds zurückgreifen und Rohstoffe gezielt beimischen, wenn es das Umfeld nahelegt. Übrigens: Wir verrechnen auf Ebene des Dachfonds keine Verwaltungsentschädigung, da diese in den diversen Subfonds marktüblich anfällt.
Wie ist der Fonds aktuell strategisch ausgerichtet?
Michael Glück: Die strategische Allokation folgt dem Prinzip „breit aufstellen, gezielt steuern“. Kern sind Aktien und Anleihebausteine; alternative Anlagen, wie zum Beispiel Investments in Rohstoffe, spielen eine untergeordnete, aber strategische Rolle. Wichtig ist uns, dass wir die Zusammensetzung nicht starr lassen. Wir beobachten Konjunktur-, Aktien und Zinsentwicklungen laufend und passen die Allokation entsprechend an. Dabei kommt das Know-How von allen Teams zum Tragen. Das strategische Team, wir nennen es intern die „Chief-Investment-Runde“, diskutiert vor allem die Aufteilung der Asset-Klassen; im Anleihe- und Aktienteam passieren dann die Details der Umsetzung.
Für wen ist der Fonds geeignet und wie gehen Sie mit Risiken um?
Glück: Der Fonds richtet sich an Anleger, die ein globales Basisinvestment für den langfristigen Vermögensaufbau mit aktivem Management und kontrolliertem Risiko suchen. Der Dachfonds Ansatz verteilt das Risiko über Assetklassen, Regionen und Branchen; wenn ein Teilmarkt schwächelt, können andere das ausgleichen. Unser Teamansatz, und unsere Flexibilität sind dafür zentrale Elemente. Risiken lassen sich nicht ausschließen, werden aber durch professionelle Steuerung und breite Streuung bestmöglich gemanagt. Zudem ist der Ansatz auch ein klassisches Ansparprodukt, welcher auf langfristiges Kapitalwachstum abzielt.
Kommen wir zum Anleihebereich: Was machen Sie dort konkret und mit welchen Überzeugungen? Und welche Meinungen haben Sie zu Zins und Markt?
Meyer: Wir nutzen das gesamte Spektrum: Staats-, Unternehmens- und Hochzinsanleihen, aber auch Emerging Market und Dollaranleihen. Immer mit dem Ziel, einseitige Wetten zu vermeiden. Die Stellhebel sind Duration, Bonität und die Aufteilung auf Subsegmente. Diese justieren wir aktiv entlang von Zins- , Kredit- und Konjunkturzyklen. So können wir auf Zins- und Inflationssignale reagieren und das Risiko breit diversifizieren. Grundsätzlich gilt: Unser aktives Management zielt darauf ab, in wechselnden Zinsphasen die Balance aus Ertrag und Stabilität zu sichern. Zum aktuellen Umfeld: An den Anleihemärkten hat der Angriff der USA gemeinsam mit Israel auf den Iran kurzfristig zu Korrekturen geführt, was langfristig gleichzeitig das Ertragspotenzial hebt. Nichtsdestotrotz wird es die Wachstumsaussichten kurzfristig im Euroraum etwas eintrüben. Die 3-%-Rendite bei 10-jährigen Bundesanleihen Deutschlands sehen wir als angemessenes Einstiegsniveau, sofern sich der Konflikt nicht weiter zuspitzt. Dennoch bleiben wir zuversichtlich, da Donald Trump vor den kommenden Zwischenwahlen im Herbst an einer Lösung interessiert sein wird.
Wie sind Sie aktuell im Anleihebereich konkret aufgestellt?
Meyer: Das aktuelle Portfolio setzt schwerpunktmäßig auf Unternehmensanleihen mit guter Bonität als Kernbaustein, mit einer Gewichtung von rund 42 %. Dies geschieht aufgrund des ausgeglichenen Verhältnisses von Kredit- und Zinsänderungsrisiko. Daneben setzen wir auch auf klassische Staatsanleihen, die um inflationsindexierte Papiere, Pfandbriefe, supranationale und staatsgarantierte Wertpapiere ergänzt werden, aktuell mit 27,5 % im Anleiheteil gewichtet. Sie übernehmen die klassische Stabilisator-Rolle. Hochzinsanleihen und Emerging Markets sind mit etwa 15 % beziehungsweise mit etwa 10 % gewichtet und fungieren aufgrund der zu vereinnahmenden Risikoprämien als Performancetreiber. Daneben sind wir noch mit rund 5 % in Dollar-Anleihen investiert, um unser Anleiheportfolio weiter zu diversifizieren. Aktuell beläuft sich die Rendite im Anleiheteil auf 4,25 %.
Wie erfolgt die Allokation und Selektion im Aktienbereich?
Glück: Die Aktienstrategie folgt einem klar strukturierten Drei-Säulen-Modell, das darauf abzielt, Stabilität, Flexibilität und aktive Überzeugungen sinnvoll miteinander zu verbinden. Ausgangspunkt bildet eine breit diversifizierte globale Basisanlage, die über verschiedene Regionen wie die USA, Europa und Emerging Markets sowie unterschiedliche Sektoren hinweg investiert. Diese erste Säule dient als Fundament des Portfolios, indem sie eine effiziente Partizipation an der allgemeinen Marktentwicklung ermöglicht.
Ergänzt wird diese stabile Grundlage durch eine zweite, stärker taktisch ausgerichtete Säule, in der gezielt Stil- und Trendchancen genutzt werden. Da sich Kapitalmärkte typischerweise in Zyklen bewegen, werden Faktoren wie Value, Growth, Quality oder Dividendenstrategien abhängig vom aktuellen Marktumfeld unterschiedlich gewichtet.
Die dritte Säule spiegelt die spezifische Hausmeinung der Kapitalanlagegesellschaft wider. Hier fließen Ergebnisse aus internen Research-Prozessen sowie umfassende makroökonomische Analysen ein, die regelmäßig wie beschrieben im Chief-Investment-Gremium überprüft und angepasst werden. Durch die gezielte Auswahl von Themen, Sektoren oder Marktsegmenten sollen zusätzliche Ertragschancen erschlossen und eine Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt erzielt werden. Mit dieser Aufstellung auf drei Säulen vereinen wir strategische Ausrichtungen mit taktischen Anpassungen.
Und in welchen Marktsegmenten sehen Sie aktuell Chancen, welche im Fonds abgebildet werden?
Glück: Derzeit spiegelt sich dies in der gezielten Gewichtung von 3 Banken Sachwerte-Aktienstrategie, 3 Banken Emerging-Mix sowie 3 Banken Unternehmen & Werte Aktienstrategie wider. Der 3 Banken Sachwerte- Aktienstrategie wird vor dem Hintergrund anhaltender Inflationsrisiken und geopolitischer Unsicherheiten bevorzugt, da reale Vermögenswerte tendenziell einen stabilisierenden Effekt haben und Schutz vor Kaufkraftverlust bieten können. Die Allokation des 3 Banken Emerging-Mix basiert auf der Einschätzung, dass diese Märkte langfristig überdurchschnittliche Wachstumsraten aufweisen und aktuell attraktive Bewertungen bieten. Die 3 Banken Unternehmen & Werte Aktienstrategie ist insbesondere durch die Nutzung der eigenen regionalen Expertise begründet. In diesem Segment bestehen häufig weniger effiziente Marktstrukturen, wodurch sich zusätzliche Chancen eröffnen. Unterstützend wirkt zudem das Sondervermögen der deutschen Bundesregierung, welches insbesondere Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung und Verteidigung fördert und damit positive Impulse für viele mittelständisch geprägte Unternehmen in der Region erwarten lässt.
Welche Rolle spielen Rohstoffe?
Meyer: Rohstoffe verstehen wir als strategische Beimischung, die dennoch taktisch gesteuert werden muss. Rohstoffe bieten neben Diversifikation auch Inflationsschutz. Das Rohstoffinvestment bilden wir mittels unseres hauseigenen Fondsbaustein dem „3BG Commodities 0 % - 100 %“ ab.
Welchen Investmentansatz verfolgt der „3BG Commodities 0 % - 100 %“ und wie ist dieser aktuell aufgestellt?
Meyer: Der Fonds verfolgt einen aktiven Managementansatz, bei dem unterschiedliche Marktmechaniken gezielt kombiniert werden. Edelmetalle, insbesondere Gold, stellen dabei in der Regel die größte Gewichtung dar, da sie sowohl eine negative Korrelation zu Industrie- und Energierohstoffen aufweisen als auch eine ausgeprägte Tendenz zu stabilen Trends besitzen und somit als strategischer Anker im Portfolio fungieren. Im Bereich der Industriemetalle wird hingegen bewusst der „Mean-Reversion-Effekt“ genutzt, da statistisch rund 60 % einer Preisbewegung innerhalb von 12-Monaten wieder korrigiert werden, wodurch Übertreibungen systematisch antizyklisch ausgenutzt werden können. Energierohstoffe übernehmen schließlich die Funktion eines Makro-Hedges, insbesondere in geopolitischen Konflikten, die häufig Angebot-Schocks zur Folge haben. Da diese Angebot-Schocks häufig vorübergehend sind, positionieren wir uns auch hier gezielt antizyklisch. Aktuell sind Edelmetalle mit 38 %, Industriemetalle mit 36 %, Energierohstoffe mit 24 % und der Rest in Cash investiert. Zuletzt wurden als Folge des Iran-Kriegs und dem damit verbunden Angebotsschock die Energierohstoffe durch Gewinnmitnahmen reduziert und Edel- und Industriemetalle erhöht.
Letzte Frage: Was ist für Sie der zentrale Vorteil Ihres Ansatzes?
Meyer: Fragen wie „Was ist die aktuelle passende Aufteilung Anleihen, Aktien, Gold, Rohstoffe?“ oder „Welches Fondskonzept passt aktuell am besten?“ stellen sich nicht mehr, wir übernehmen die Aufteilung.
Best of 3 Banken-Fonds
Hinweis: Im Rahmen der Anlagepolitik investiert der Best of 3 Banken-Fonds hauptsächlich in Anteile an anderen Investmentfonds.