Asset-Herausgeber

Zurück Aktuelle Marktreaktion ist klarerweise negativ, aber besonnen.

Interview I Fondsjournal April 2026

Aktuelle Marktreaktion ist klarerweise negativ, aber besonnen.

Vor drei Jahren wurde unser Anleihefonds 3 Banken Rendite Plus gegründet, der alle Möglichkeiten des Anleihesegmentes wahrnehmen kann. Fondsmanager Andreas Palmetshofer zieht ein Fazit und beschreibt das aktuelle Umfeld.
Quelle: Shutterstock

Fondsjournal: Hr. Palmetshofer, wie haben sich die Finanzmärkte im ersten Quartal, insbesondere seit dem Iran-Konflikt entwickelt?
Andreas Palmetshofer: Die internationalen Finanzmärkte entwickelten sich zunächst erfreulich. Aktien, Anleihen und noch deutlicher Gold und Rohstoffe verzeichneten eine positive Wertentwicklung. Seit dem Iran-Konflikt kam es jedoch, mit Ausnahme der Energierohstoffen, zu einer Wende. Die infolge des Konflikts gestiegenen Öl- und Gaspreise verunsicherten die Investoren und belasteten die Märkte. Aktien reagierten mit Kursverlusten, insbesondere die zyklischen Sektoren, während gleichzeitig auch die Anleihemärkte unter Abgabedruck standen. Bei Gold setzte eine Phase verstärkter Gewinnmitnahmen ein. Insgesamt ist jedoch festzuhalten, dass die Marktreaktionen angesichts des Ausmaßes des Konflikts geordnet und nicht von Panik geprägt waren. Der Weltaktienindex liegt mit Quartalsende bei etwa -2 % seit Jahresbeginn.

Warum sind auch die Anleihenmärkte unter Druck geraten? Sind diese kein sicherer Zufluchtsort mehr, auch nicht in solchen Marktphasen?
Palmetshofer: Hier ist zwischen Unternehmens- und Staatsanleihen zu unterscheiden. Die Reaktion bei den Unternehmensanleihen, gemessen an den Risikoprämien, ist wie auch an den Aktienmärkten verhältnismäßig besonnen ausgefallen und im historischen Vergleich nachvollziehbar, aber nicht besonders auffällig. Bei Staatsanleihen erscheint es auf den ersten Blick überraschend, dass es nicht zu Kursgewinnen gekommen ist. Allerdings sind durch den massiven Anstieg der Energiepreise die Inflationssorgen zurückgekehrt, wodurch auch Staatsanleihen naturgemäß belastet werden. Gleichzeitig haben die Finanzmärkte ihre Erwartungen hinsichtlich der künftigen Notenbankpolitik spürbar angepasst. Diese Neubewertung führte zu einem breiten Druck auf das gesamte Anleihesegment.

Was ist mit spürbarer Anpassung der künftigen Notenbankpolitik im Detail gemeint?
Palmetshofer: Damit ist die Erwartungshaltung bezüglich der weiteren Leitzinsentwicklung gemeint. Während zu Jahresbeginn sowohl der Marktkonsens als auch wir selbst noch von zwei weiteren Zinssenkungen in den USA im Jahresverlauf ausgegangen sind, wird aktuell keine Senkung mehr erwartet. In Europa wurde ursprünglich ein stabiler Einlagezinssatz für das Gesamtjahr 2026 unterstellt. Inzwischen rechnen die Märkte sogar mit zwei bis drei Zinserhöhungen. Diese Entwicklung stellt eine deutliche Trendwende dar und belastet die Finanzmärkte insgesamt.

Wie ist diese Veränderung einzuordnen? Sind die Notenbanken gezwungen, die Zinsen zu erhöhen bzw. was bedeutet das für Investoren?
Palmetshofer: Rational betrachtet dürfte keine der beiden Notenbanken eine Zinserhöhung anstreben. Die Konjunktur in Europa befand sich gerade erst auf einem moderaten Erholungspfad und erhält im aktuellen Umfeld erneut einen Dämpfer. Auch in den USA zeichnet sich eine leichte Abkühlung ab, wenngleich das Wachstum insgesamt robust bleibt. Der aktuelle Leitzins in den USA liegt mit einer Spanne von 3,5 bis 3,75 % bereits auf einem restriktiven Niveau. Zudem wirken die zuletzt gestiegenen Renditen von Staatsanleihen zusätzlich bremsend. Vor diesem Hintergrund sehen wir die Notenbanken derzeit nicht gezwungen, die Leitzinsen weiter anzuheben. Vielmehr dürften sie zunächst über ihre Kommunikation versuchen, die Inflationserwartungen zu steuern, bevor tatsächliche Zinsschritte erfolgen. Gleichzeitig besteht jedoch nur begrenzter Spielraum für Zinssenkungen, genau hierin liegt die aktuelle Herausforderung für die Märkte. Für Investoren können sich daraus selektive Investitionschancen ergeben, insbesondere wenn sich im geopolitischen Umfeld eine Entspannung abzeichnet.

Sie sind Fondsmanager des 3 Banken Rendite Plus, der nun seit exakt drei Jahren besteht. Haben die aktuellen Marktbedingungen zu stärkeren Anpassungen im Portfolio geführt? Und wie beurteilen Sie die bisherige Performance des Fonds insgesamt?
Palmetshofer: Mit der Wertentwicklung sind wir sehr zufrieden. Der Fonds wurde vor drei Jahren mit einer durchschnittlichen Renditeerwartung von rund 5,50 % aufgelegt. Nach diesem Zeitraum liegt die Performance bei 5,39 % p.a., trotz der zuletzt etwas rückläufigen Anleihekurse. Die angestrebte Rendite konnte somit wie geplant erzielt werden. Die aktuellen Marktbedingungen haben keine grundlegenden Anpassungen im Portfolio erforderlich gemacht, im Gegenteil. Die von Beginn an definierte Managementstrategie hat sich über die vergangenen drei Jahre bewährt, sodass wir an dieser weitgehend festhalten. Auch das Risikoprofil blieb durchgehend stabil, und wir sehen derzeit keinen Anlass, von der bestehenden Ausrichtung abzuweichen.

Wie ist der Fonds aktuell positioniert und welche Erwartungen haben Sie für die nächsten Jahre?
Palmetshofer: Wir konzentrieren uns weiterhin auf Unternehmen im Bonitätsbereich zwischen Investmentgrade und High-Yield. Darüber hinaus investieren wir gezielt im Segment nachrangiger Anleihen, da sich hier regelmäßig attraktive Opportunitäten ergeben und dieses Segment seit Auflage einen wertvollen Beitrag leistet. In dem Bereich wurde auch in den letzten Monaten konsequent investiert. Wie bereits erwähnt, sind die Risikoprämien in einem angemessenen Ausmaß gestiegen, ohne dass es zu Verwerfungen entlang der Bonitätskurven gekommen ist. Vor diesem Hintergrund bestand kein Anlass für grundlegende Portfolioanpassungen. Wir haben lediglich vorhandenes Cash für Zukäufe in dieser Marktphase eingesetzt. Für die kommenden Jahre rechnen wir mit einer ähnlichen Entwicklung wie in den vergangenen drei Jahren und streben an, die aktuelle Renditeerwartung von knapp 5 % für unsere Investoren zu erwirtschaften. Dabei behalten wir die Marktentwicklungen genau im Blick, um Chancen konsequent zu nutzen und Risiken aktiv zu steuern.

 

3 Banken Rendite Plus (I) (A)

3 Banken Rendite Plus (R) (A)

3 Banken Rendite Plus (R) (T)

Disclaimer

Hierbei handelt es sich um eine unverbindliche Marketing-Mitteilung, welche ausschließlich der Information der Anleger dient und keinesfalls ein Angebot, eine Aufforderung oder eine Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Tausch von Anlage oder anderen Produkten darstellt. Die zur Verfügung gestellten Informationen basieren auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Zeitpunkt der Erstellung. Es können sich auch (je nach Marktlage) jederzeit und ohne vorherige Ankündigung Änderungen ergeben. Die verwendeten Informationen beruhen auf Quellen, die wir als zuverlässig erachten. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen sowie der herangezogenen Quellen übernommen, sodass etwaige Haftungs- und Schadenersatzansprüche, die insbesondere aus der Nutzung oder Nichtnutzung bzw. aus der Nutzung allfällig fehlerhafter oder unvollständiger Informationen resultieren, ausgeschlossen sind.

Die getätigten Aussagen und Schlussfolgerungen sind unverbindlich und genereller Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Bedürfnisse der Anleger hinsichtlich Ertrag, Risikobereitschaft, finanzieller und steuerlicher Situation. Eine Einzelberatung durch eine qualifizierte Fachperson ist notwendig und wird empfohlen.

Vor einer eventuellen Entscheidung zum Kauf der in dieser Publikation erwähnten Investmentfonds sollte das Basisinformationsblatt (BIB) im aktuellen Prospekt/Informationsdokument gem. § 21 AIFMG, als alleinverbindliche Grundlage für den Kauf von Investmentfondsanteilen durchgelesen werden. Das Basisinformationsblatt (BIB) sowie die veröffentlichten Prospekte/ Informationsdokumente gem. § 21 AIFMG der in dieser Publikation erwähnten Fonds in ihrer aktuellen Fassung stehen dem Interessenten in deutscher Sprache auf dieser Website sowie den Zahlstellen des Fonds zur Verfügung. Zu beachten ist weiteres, dass in der Vergangenheit erzielte Erträge keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zulassen. Die dargestellten Wertentwicklungen berücksichtigen keine Ausgabe- und Rücknahmegebühren sowie Fondssteuern.

Im Rahmen der Anlagestrategie von Investmentfonds kann auch überwiegend in Anteile an Investmentfonds, Sichteinlagen und Derivate investiert werden. Investmentfonds können aufgrund der Portfoliozusammensetzung oder der verwendeten Portfoliomanagementtechniken eine erhöhte Wertschwankung (Volatilität) aufweisen. In von der FMA bewilligten Fondsbestimmungen können auch Emittenten angegeben sein, die zu mehr als 35 % im Fondsvermögen gewichtet werden können. Marktbedingte geringe oder sogar negative Renditen von Geldmarktinstrumenten bzw. Anleihen können den Nettoinventarwert von Investmentfonds negativ beeinflussen bzw. nicht ausreichend sein, um die laufenden Kosten zu decken.

Jegliche unautorisierte Verwendung der dargestellten Informationen, insbesondere dessen gänzliche bzw. teilweise Reproduktion, Verarbeitung oder Weitergabe ist ohne vorherige Erlaubnis untersagt.