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Krisenresistenz, Inflationsschutz und wenig Konjunkturabhängigkeit

Interview I Sonderausgabe Fondsjournal November 2022

Krisenresistenz, Inflationsschutz und wenig Konjunkturabhängigkeit

Die 3 Banken Sachwerte-Aktienstrategie stellt den Aktienteil des 3 Banken Sachwerte-Fonds dar. Im Interview beschreibt Fondsmanager Michael Kaser die aktuelle Aufstellung dieses Fondskonzeptes.
Quelle: Shutterstock

Fondsjournal: Herr Kaser, verglichen mit dem breiten Aktienmarkt kann der Fonds im komplizierten Jahr 2022 eine deutlich bessere Entwicklung vorweisen. Worin liegen die Gründe für diese Entkopplung?

Michael Kaser: Unser Anspruch an die Fondsstrategie ist es, ein Konzept abseits der ausgetretenen Pfade anzubieten. Der Grundzugang beim Filtern des Universums sind die Kriterien Substanz, Krisenresistenz, Inflationsschutz und möglichst geringe Konjunkturabhängigkeit. Auf deren Basis wählen wir 50 Einzelaktien aus, die wir in etwa gleich gewichten. Wir suchen vorwiegend in Branchen wie Nahrung, Agrar, Basiskonsum, Gesundheit und Rohstoffen/Gold nach Unternehmen mit hoher Substanz und wenig Schulden. Die Unternehmen weisen idealerweise auch hohe Marktanteile aus, um Preissteigerungen an den Endverbraucher gut weitergeben zu können. Technologieaktien oder Finanztitel sucht man im Fonds vergeblich. In einer Zeit mit Rekordinflation, Konjunkturrisiken und einer nicht für möglich gehaltenen Zinswende hat dieser Zugang klaren Mehrwert geliefert, stellt aber in jeder Börsenphase eine gute Depotdiversifikation dar. Klarerweise ist ein thematischer Ansatz nicht geschaffen, die gesamte globale Aktienwelt abzudecken, aber das ist auch nicht unser Anspruch an die Fondsstrategie.


Wie ist der Fonds aktuell nach Branchen und Themen aufgestellt?

Kaser: Die Inflationszahlen haben in den vergangenen Monaten zu galoppierenden Erwartungen bezüglich der Leitzinsen in den USA und im Euro-Raum geführt, ein Umfeld, in dem Gold zunehmend Gegenwind hatte. Wir haben deshalb frühzeitig begonnen, die Quote an Gold- und Silberminen im Fonds auf circa 15% zu reduzieren. Diese Schwächephase haben wir im Fonds aber gut abfedern können, da wir neben Edelmetallen auch in die sehr gut gelaufenen Düngemittelproduzenten und Energieunternehmen investiert sind. Zudem haben wir einige Produzenten von Industrierohstoffen, die von der Energiewende profitieren sollten, wie First Quantum Minerals oder Norsk Hydro. Beide konnten sich in den vergangenen Wochen wieder deutlich stabilisieren. Eine untergeordnete Rolle mit weniger als 5% spielen im Moment Aktien von Immobilienunternehmen, da diese unter den steigenden Refinanzierungskosten leiden. Abgerundet wird unser Portfolio mit den defensiven Branchen Gesundheit und Basiskonsum, die zusammen in etwa 40% des Portfolios ausmachen.


Was waren die letzten Aktionen?

Kaser: Der jüngste Zukauf im Fonds war der amerikanische Hersteller für Bewässerungssysteme Lindsay. Grund für den Kauf war die voraussichtlich hohe Nachfrage nach einer Bewässerung, getrieben durch höhere Rohstoffpreise und längere Dürreperioden. Zusätzlich expandiert das Unternehmen in Wachstumsmärkte wie Brasilien, den Nahen Osten und Zentralasien. Verkauft haben wir dafür den Silberproduzenten Pan American Silver aus den oben genannten Gründen. Der Fonds hatte zudem mehrere Wochen eine erhöhte Cash-Quote von circa 10% ausgewiesen, um die hohen Marktschwankungen etwas abzufedern. Dieses Cash wurde aber zuletzt auf attraktiveren Bewertungsniveaus sukzessive wieder in den Markt investiert.


Gesundheit und Basiskonsum machen aktuell einen wesentlichen Teil am Portfolio aus. Sind dies klassische Sachwerte und welche Unternehmen findet man hier?

Kaser: Aus Sicht der Krisenresistenz machen diese Branchen klar Sinn in einem Sachwerte-Produkt. Die Kausalkette lautet: Zentralbanken versuchen üblicherweise durch zu hohe Inflationsraten einen Anstieg der Leitzinsen zu bekämpfen, um das Wirtschaftswachstum abzuschwächen. Üben diese jedoch zu starken Druck aus, kann das in einer wirtschaftlichen Rezession enden, dem sogenannten „Hard Landing“. Anleger flüchten dann vermehrt aus zyklischen Sektoren und investieren in konjunkturunabhängigere Branchen. Ein Szenario, das man 2022 gut beobachten konnte. Ein Blick auf die Einzelwerte zeigt, dass wir in viele Klassiker investiert sind, beispielsweise Coca-Cola oder Nestlé beziehungsweise Merck oder Johnson & Johnson. Überzeugt hat heuer unter anderem auch Pepsi. Das Unternehmen verkauft längst nicht mehr nur das bekannte Cola-Getränk, sondern ist auch Besitzer von Sodastream, dem Energydrink Rockstar und einer eigenen Snacksparte. Ein erstaunlich gutes Quartalsergebnis mit einem organischen Wachstum im zweistelligen Bereich und ein zuversichtlicher Ausblick stimmen uns weiter positiv für Pepsi.

 

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3 Banken Sachwerte-Aktienstrategie

 

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